Seltene Erden

Mit dem Start am 01. Januar 2012 haben die Siemens AG und die RWTH Aachen den ersten externen "Siemens-Forschungsbereich" weltweit realisiert. Die auf vier Jahre angelegte Kooperation im Themenbereich "Nachhaltige Gewinnung seltener Rohstoffe" wird mit sechs Millionen Euro gefördert und soll neun Promotionen entstehen lassen. "Eine Kooperation diesen Umfangs und mit einem so anspruchsvollen Forschungsprogramm ist auch für die bei Industriekooperationen sehr gut aufgestellte RWTH Aachen eine Premiere. Ich freue mich sehr, dass Siemens und die RWTH Aachen diesen wichtigen Schritt in der Zusammenarbeit jetzt umsetzen konnten", sagte der Rektor der RWTH Aachen, Prof. Dr. Ernst Schmachtenberg, bei der Unterzeichnung des Vertragswerks im Oktober 2011.

Die unter dem Begriff "Seltene Erden" zusammengefassten Materialien sind wichtige Rohstoffe in Schlüsseltechnologien und High-Tech-Produkten. Auch die Siemens AG verwendet Seltene Erden für eine Vielzahl ihrer Produkte, so beispielsweise für industrielle Antriebe, Generatoren in Windkraftanlagen oder moderne Medizintechnik-Geräte.

In den derzeit angewandten Verfahren zum Abbau und zur Gewinnung von Seltenen Erden liegen nennenswerte Optimierungspotenziale hinsichtlich Nachhaltigkeit und langfristiger ökologischer Verträglichkeit. Zur dauerhaften Sicherstellung einer ausreichenden Versorgung mit diesen für die High-Tech-Industrien essentiellen Metallen müssen daher neben den Lagerstätten selbst auch die Verfahren und Prozesse der Gewinnung der Seltenen Erden in den Fokus genommen werden. Diese hochaktuellen Fragestellungen greifen Siemens und die RWTH Aachen im neu eingerichteten Sonderforschungsbereich auf.

Zielsetzung ist, Methoden und Verfahren zur umweltfreundlichen und effizienten Bereitstellung von Seltenen Erden für Permanentmagnete zu entwickeln. In insgesamt vier Themenclustern geht es dabei unter anderem um die sichere Bewertung von alternativen Lagerstätten, um die Entwicklung nachhaltiger Verfahrensweisen zur Gewinnung und Extraktion der Metalle, um Lebenszyklus-Analysen bei der Gewinnung von Seltenen Erden sowie um die Erarbeitung effizienter Methoden zu deren Recycling. Beteiligt sind vier Lehrstühle der RWTH Aachen, das Forschungszentrum Jülich sowie Experten des Siemens-Sektors "Industry". Die inhaltliche Koordination des Forschungsvorhabens liegt auf Seiten der RWTH Aachen bei Prof. Dr. Bernd Friedrich, Leiter des Instituts "IME Metallurgische Prozesstechnik und Metallrecycling" und auf Seiten der Siemens AG bei Prof. Dr. Dieter Wegener, Leiter der Vorfeldentwicklung im "Industry"-Sektor.